Der taiwanische Technologiekonzern Ennoconn hat mit seinem Übernahmeangebot für Kontron die Mehrheit an dem österreichischen IT-Unternehmen knapp verfehlt. Nach Abschluss des Angebots hält Ennoconn nun 48,36 Prozent der Kontron-Anteile.
Ennoconn ist eine Tochter des Elektronikauftragsfertigers Foxconn, der unter anderem als wichtiger Zulieferer von Apple bekannt ist. Bereits vor dem Übernahmeangebot war Ennoconn mit mehr als 28 Prozent an Kontron beteiligt.
Nach Angaben des Unternehmens bestand das Ziel des Angebots allerdings nicht darin, unmittelbar die Kontrolle über Kontron zu übernehmen. Vielmehr wollte Ennoconn die Beteiligung über die Schwelle von 30 Prozent erhöhen. Dadurch sollte vermieden werden, dass bei einem späteren Ausbau der Beteiligung ein höheres Pflichtangebot erforderlich wird.
Kontron betonte zugleich, dass Ennoconn derzeit keinen weiteren Ausbau seiner Beteiligung plane. Das österreichische Unternehmen soll demnach auch künftig eigenständig bleiben.
Unabhängig davon wollen Kontron und Foxconn ihre Zusammenarbeit vertiefen. Kontron rechnet mittelfristig mit Synergieeffekten von rund 40 Millionen Euro. Diese sollen vor allem aus einer engeren Kooperation innerhalb der jeweiligen Technologie- und Produktionsbereiche entstehen.
Kontron ist auf die Vernetzung von Geräten und industriellen Prozessen spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Hard- und Softwarelösungen und bietet außerdem Dienstleistungen rund um die Elektronikfertigung an.
Ennoconn wiederum konzentriert sich unter anderem auf Industriecomputer, die beispielsweise in Spielkonsolen, Geldautomaten oder Verkaufsautomaten eingesetzt werden.
Die Verbindung zwischen beiden Unternehmen besteht bereits seit vielen Jahren. Ennoconn stieg vor rund zehn Jahren für etwa 145 Millionen Euro bei Kontron ein, das zu diesem Zeitpunkt noch unter dem Namen S&T firmierte.
Später unterstützte Ennoconn S&T bei der Übernahme des deutschen Unternehmens Kontron. Nach dieser Transaktion wurde schließlich der Name Kontron für den gesamten Konzern übernommen.
Mit einem Anteil von nun 48,36 Prozent bleibt Ennoconn zwar formal unterhalb der Mehrheit, ist aber mit Abstand ein äußerst einflussreicher Großaktionär. Gleichzeitig dürfte die Nähe zu Foxconn für Kontron strategisch von Bedeutung bleiben, insbesondere beim Zugang zu Produktionskapazitäten, Lieferketten und internationalen Märkten.
Damit bleibt Kontron vorerst eigenständig, während sich die wirtschaftliche und strategische Zusammenarbeit mit dem taiwanischen Foxconn-Umfeld weiter vertieft.


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