FMA warnt vor Global Partners Limited: „Fehlende Vertriebsberechtigung sollte für Anleger ein klares Warnsignal sein“

FMA warnt vor Global Partners Limited: „Fehlende Vertriebsberechtigung sollte für Anleger ein klares Warnsignal sein“

Veröffentlicht

Donnerstag, 06.08.2026
von Red. TB

Interviewer: Herr Rechtsanwalt Korisek, die österreichische Finanzmarktaufsicht FMA warnt aktuell vor der Global Partners Limited. Nach Angaben der Behörde verfügt das Unternehmen nicht über die erforderliche Berechtigung, die Fonds „Global Partners Property Fund I“ und „Global Partners Property Fund II“ in Österreich zu vertreiben. Wie bewerten Sie diese Warnung?

Rechtsanwalt Korisek: Eine solche Warnung sollte jeder Anleger sehr ernst nehmen. Wenn die FMA ausdrücklich darauf hinweist, dass für den Vertrieb bestimmter Anlageprodukte die erforderliche Berechtigung fehlt, ist das ein deutliches Warnsignal. Verbraucher sollten in einem solchen Fall keine Investitionsentscheidung treffen, bevor sämtliche rechtlichen Voraussetzungen und die Seriosität des Anbieters zweifelsfrei überprüft wurden.

Interviewer: Die Gesellschaft gibt als Sitz das Dubai International Financial Centre in den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Sollten Anleger bei ausländischen Anbietern besonders vorsichtig sein?

Rechtsanwalt Korisek: Ein ausländischer Firmensitz allein ist kein Hinweis auf Unseriosität. Es gibt viele seriöse internationale Finanzunternehmen. Entscheidend ist jedoch, ob der Anbieter die erforderlichen Zulassungen für den Vertrieb seiner Produkte in dem Land besitzt, in dem Anleger angesprochen werden. Genau hier setzt die Warnung der FMA an: Nach den Erkenntnissen der Behörde fehlt diese Berechtigung.

Interviewer: Es geht um sogenannte Alternative Investmentfonds. Was sollten Anleger bei solchen Produkten beachten?

Rechtsanwalt Korisek: Alternative Investmentfonds können komplexe Anlageprodukte sein und unterscheiden sich deutlich von klassischen Spar- oder Investmentprodukten. Anleger sollten genau verstehen, in welche Vermögenswerte investiert wird, welche Risiken bestehen und ob der Vertrieb gesetzlich zulässig ist. Wer Produkte nicht vollständig nachvollziehen kann oder unter Zeitdruck zu einer Entscheidung gedrängt wird, sollte grundsätzlich Abstand nehmen.

Interviewer: Wie können Verbraucher überprüfen, ob ein Anbieter tatsächlich berechtigt ist, solche Produkte anzubieten?

Rechtsanwalt Korisek: Der wichtigste Schritt ist die Recherche bei der zuständigen Finanzaufsichtsbehörde. In Österreich stellt die FMA entsprechende Informationen zur Verfügung. Außerdem sollten Anleger die Unternehmensangaben unabhängig überprüfen und sich nicht ausschließlich auf Informationen verlassen, die auf der Internetseite des Anbieters veröffentlicht werden.

Interviewer: Welche Warnsignale treten bei unseriösen Anlageangeboten besonders häufig auf?

Rechtsanwalt Korisek: Typische Warnzeichen sind außergewöhnlich hohe Renditeversprechen, angeblich nur kurzfristig verfügbare Angebote, Zeitdruck sowie fehlende oder schwer nachvollziehbare Zulassungen. Auch wenn ein Anbieter ausschließlich per E-Mail oder Telefon kommuniziert und keine transparente Beratung anbietet, sollte man sehr vorsichtig sein.

Interviewer: Was sollten Betroffene tun, wenn sie bereits Geld investiert haben?

Rechtsanwalt Korisek: Dann sollte möglichst schnell gehandelt werden. Betroffene sollten sämtliche Vertragsunterlagen, Kontoauszüge und die gesamte Kommunikation sichern. Außerdem empfehle ich, die eigene Bank zu informieren, um mögliche Zahlungswege zu prüfen, und rechtlichen Rat einzuholen. Je früher ein Sachverhalt aufgearbeitet wird, desto besser lassen sich mögliche Ansprüche beurteilen und gegebenenfalls weitere Vermögensschäden vermeiden.

Interviewer: Viele Anleger gehen davon aus, dass ein professioneller Internetauftritt automatisch für Seriosität spricht.

Rechtsanwalt Korisek: Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Moderne Internetseiten lassen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand professionell gestalten. Entscheidend sind nicht das Design oder der Unternehmensname, sondern die nachprüfbare Zulassung, transparente Unternehmensangaben und die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben. Genau deshalb sind Warnungen der Finanzaufsichtsbehörden so wichtig.

Interviewer: Ihr wichtigster Rat an Anleger?

Rechtsanwalt Korisek: Prüfen Sie vor jeder Investition, ob ein Anbieter tatsächlich über die erforderlichen behördlichen Zulassungen verfügt. Lassen Sie sich nicht von Renditeversprechen oder einem professionellen Außenauftritt überzeugen. Wer Warnungen der Finanzaufsicht ernst nimmt und sich vor einer Geldanlage ausreichend informiert, kann sich wirksam vor erheblichen finanziellen Schäden schützen.

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Peggy_Marco (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Donnerstag, 06.08.2026

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