Mehr als sieben Jahrzehnte nach einem schweren Flugzeugunglück vor Puerto Rico ist das Wrack der Pan-Am-Maschine „Clipper Endeavor“ auf dem Grund des Atlantiks gefunden worden. Bei dem Absturz am 11. April 1952 kamen 52 Menschen ums Leben, nur 17 Passagiere und Besatzungsmitglieder überlebten.
Die Douglas DC-4 war mit 64 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern auf dem Weg nach New York. Bereits neun Minuten nach dem Start in San Juan fielen zwei der vier Motoren aus. Nachdem der Öldruck eines Triebwerks stark abgesunken war und ein weiteres mehrfach Fehlzündungen zeigte, entschied sich Kapitän John Burn zu einer Notwasserung.
Nach den damaligen Ermittlungen überlebten zunächst alle Insassen den Aufprall. Die meisten Opfer starben erst während der anschließenden Evakuierung. Das Flugzeug lief rasch mit Wasser voll und sank innerhalb weniger Minuten.
Der Untersuchungsbericht stellte erhebliche Sicherheitsmängel fest. Die Passagiere waren vor der Notwasserung offenbar nicht darüber informiert worden, wo sich die Schwimmwesten befanden und wie sie benutzt werden mussten. Viele verließen das Flugzeug ohne Rettungswesten, während andere in der Kabine blieben oder aus Angst vor dem aufgewühlten Meer nicht ins Wasser springen wollten.
Zusätzlich erschwerten Sprachbarrieren, fehlende koordinierte Evakuierungsabläufe und hoher Wellengang die Rettung. Einige Menschen blieben sogar angeschnallt auf ihren Sitzen. Besatzungsmitglieder versuchten, Passagiere durch die Türen und Notausgänge ins Freie zu bringen, konnten jedoch nicht alle rechtzeitig retten.
Das Unglück führte später zu Verbesserungen bei der Flugsicherheit. Die heute üblichen Sicherheitseinweisungen vor dem Start, insbesondere zu Schwimmwesten, Rettungsflößen und Notausgängen, wurden auch durch die Erkenntnisse aus diesem Unfall geprägt.
Das Wrack blieb jahrzehntelang verschollen. Ein Forschungsteam entdeckte es schließlich mithilfe einer autonomen Unterwasserdrohne in rund 600 Metern Tiefe vor der Nordküste Puerto Ricos.
Eine Bergung ist nicht vorgesehen. Da sich am Unfallort die sterblichen Überreste zahlreicher Opfer befinden, soll das Wrack als Grabstätte unangetastet bleiben. Die beteiligten Organisationen arbeiten mit den Behörden Puerto Ricos daran, den Fundort besser zu schützen und eine Gedenkstätte für die Opfer zu schaffen.


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