In Südwestfrankreich kämpfen rund 2.000 Feuerwehrleute gegen zahlreiche Waldbrände. Gleichzeitig kündigt sich bereits die nächste Hitzewelle mit Temperaturen um 40 Grad an.
Der Sommer 2026 folgt damit einem inzwischen bewährten europäischen Veranstaltungsformat: Erst trocknet die Landschaft aus, dann brennt sie, anschließend erklären Behörden, man müsse wegen der nächsten Hitzewelle besonders wachsam sein.
In der Gironde, zwischen Atlantikküste und Bordeaux, flammten an mindestens 14 bereits betroffenen Orten neue Feuer auf. Die regionale Präfektin Sophie Brocas stellte klar: Entwarnung gebe es nicht.
Oder anders gesagt: Das Feuer war kurz weg, hat aber offenbar nur neue Zweige geholt.
Ein Sprecher der französischen Feuerwehr verglich den Kampf mit „David gegen Goliath“. Wobei Goliath diesmal aus Hitze, Trockenheit, Wind und kilometerlangem Brennmaterial besteht – und David seit Wochen kaum geschlafen hat.
Vier Feuerwehrleute kamen in Frankreich zuletzt ums Leben.
Bordeaux riecht jetzt nach Lagerfeuer
Bordeaux selbst ist nach Behördenangaben derzeit nicht unmittelbar bedroht. Ein Brand näherte sich der Stadt allerdings bis auf etwa 15 Kilometer.
Der Rauch war bereits da.
Bewohner und Touristen trugen Masken, Asche fiel vom Himmel, Restaurants hielten Türen geschlossen. Die Stadt sei ungewöhnlich leer gewesen, berichteten Augenzeugen.
Immerhin blieb die bekannte Weinregion bislang weitgehend verschont. Der Tourismus allerdings weniger: Gäste verließen Campingplätze und Ferienorte, Betriebe schlossen vorübergehend.
Das neue Urlaubsmotto lautet offenbar: Bordeaux sehen und möglichst wenig einatmen.
40 Grad: jetzt auch im europäischen Standardpaket
Für Mittwoch wurde die vierte Hitzewelle des Sommers erwartet. Auch Spanien rechnet mit Temperaturen um 40 Grad. Dort mussten in der vergangenen Woche Zehntausende Menschen ihre Häuser verlassen.
In Portugal bekämpften 400 Einsatzkräfte einen Großbrand mit drei aktiven Feuerfronten.
Früher galt Südeuropa als Ziel für Sonne, Strand und Erholung. Heute gehören Evakuierungsplan, Rauchmaske und Waldbrand-App zunehmend zur Reiseausstattung.
Natürlich lässt sich nicht jedes einzelne Feuer direkt auf den Klimawandel zurückführen. Die zunehmende Hitze und Trockenheit schaffen jedoch Bedingungen, unter denen Brände leichter entstehen, sich schneller ausbreiten und schwerer zu löschen sind.
Das Klima zündet also nicht persönlich das Streichholz. Es sorgt nur dafür, dass praktisch alles daneben bereitwillig brennt.
Beton schlägt Baum
Ein Bewohner von Cap Ferret wunderte sich darüber, dass vor allem über die Rettung von Bordeaux gesprochen werde. Die Stadt bestehe schließlich größtenteils aus Beton.
„Haben Sie schon einmal Beton brennen sehen?“, fragte er.
Noch nicht.
Aber bei 40 Grad und der aktuellen Entwicklung sollte Europa besser keine langfristigen Wetten mehr abschließen.


0 Kommentare