USA greifen Iran an – Neue Eskalation im Streit um die Straße von Hormus

USA greifen Iran an – Neue Eskalation im Streit um die Straße von Hormus

Veröffentlicht

Mittwoch, 08.07.2026
von Red. TB

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran sind erneut in eine militärische Phase eingetreten. Nach Angriffen auf mehrere Öltanker in der Straße von Hormus haben die Vereinigten Staaten nach eigenen Angaben umfangreiche Luftschläge gegen iranische Militärziele durchgeführt. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) erklärte, mehr als 80 Ziele seien angegriffen worden, darunter Raketenstellungen, Kommandozentralen sowie zahlreiche Schnellboote der iranischen Revolutionsgarden.

Washington bezeichnet die Militäraktion als unmittelbare Reaktion auf Angriffe gegen die internationale Handelsschifffahrt. Nach Darstellung der US-Regierung sollten die Luftschläge den Iran für Attacken auf zivile Tanker zur Verantwortung ziehen und die Sicherheit einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt gewährleisten.

Der Iran weist die amerikanische Darstellung zurück und spricht seinerseits von einem Bruch der erst im vergangenen Monat geschlossenen Übergangsvereinbarung zwischen beiden Staaten. Der stellvertretende iranische Außenminister kündigte an, Teheran werde entschlossen auf das Vorgehen der USA reagieren und die eigenen Sicherheitsinteressen verteidigen.

Iranische Staatsmedien berichteten über Explosionen auf der Insel Keschm sowie in den Hafenstädten Bandar Abbas und Sirik. Demnach wurden mehrere Menschen durch Splitter verletzt. Offizielle Angaben über das Ausmaß der Schäden oder mögliche Todesopfer lagen zunächst nicht vor.

Bereits vor den Luftangriffen hatten sich die Spannungen im Persischen Golf deutlich verschärft. Mehrere Tanker waren in oder nahe der Straße von Hormus von Geschossen oder Drohnen getroffen worden. Nach Angaben britischer Sicherheitsbehörden konnten die betroffenen Schiffe ihre Fahrt teilweise fortsetzen, einige erlitten jedoch Schäden.

Die USA machen den Iran für die Angriffe verantwortlich. Teheran hat eine direkte Verantwortung bislang weder bestätigt noch offiziell übernommen. Gleichzeitig betonen iranische Vertreter seit Tagen, dass Schiffe ausschließlich die mit den iranischen Behörden abgestimmten Routen nutzen sollten. Andernfalls könne die Sicherheit der Schifffahrt nicht gewährleistet werden.

Auch die Golfstaaten verschärfen ihren Ton. Katar erklärte, ein Flüssiggastanker unter eigener Flagge sei gezielt angegriffen worden, und machte den Iran dafür verantwortlich. Saudi-Arabien erhob ähnliche Vorwürfe nach einem Angriff auf einen saudischen Tanker. Beide Staaten forderten Teheran auf, die Sicherheit der internationalen Schifffahrt nicht weiter zu gefährden.

Parallel zur militärischen Eskalation verschärft Washington auch den wirtschaftlichen Druck. Das US-Finanzministerium widerrief eine Ausnahmegenehmigung, die iranische Ölexporte trotz bestehender Sanktionen zeitweise ermöglicht hatte. Die Lockerung war Bestandteil eines Memorandums gewesen, das nach den Kämpfen im Frühjahr den Weg für weitere Verhandlungen über das iranische Atomprogramm ebnen sollte.

Die iranische Regierung bezeichnete den Schritt als weiteren Beleg dafür, dass den Zusagen Washingtons nicht zu trauen sei. Dennoch erklärten Vertreter der US-Regierung zuletzt, dass sie trotz der militärischen Auseinandersetzung grundsätzlich an einer diplomatischen Lösung festhalten wollten.

Die Straße von Hormus bleibt damit erneut der geopolitische Brennpunkt des Nahen Ostens. Über die Meerenge wird ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggasexports abgewickelt. Jede militärische Eskalation in diesem Gebiet wirkt sich unmittelbar auf die Energiemärkte und den internationalen Handel aus. Mit den jüngsten Luftangriffen wächst nun die Sorge, dass sich der Konflikt zwischen Washington und Teheran weiter ausweitet und die Bemühungen um eine diplomatische Lösung vorerst in den Hintergrund geraten.

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von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 08.07.2026

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