Der iranische Fußballverband will offiziell bei der FIFA Beschwerde einlegen. Grund sind die strengen Einreisebestimmungen, denen die Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 in den USA unterliegt.
Nach den aktuellen Visaregeln darf das iranische Team jeweils erst einen Tag vor einem Spiel in die USA einreisen und muss das Land noch am selben Spieltag wieder verlassen. Für Trainer Amir Ghalenoei ein klarer Wettbewerbsnachteil. Nach dem 2:2 gegen Neuseeland sprach er von der „am stärksten benachteiligten Mannschaft“ des Turniers.
Verband sieht Gleichbehandlung verletzt
In einer Erklärung kritisierte der iranische Fußballverband die Auflagen scharf. Diese stünden nicht im Einklang mit dem Grundsatz gleicher Bedingungen für alle WM-Teilnehmer und könnten die sportliche Vorbereitung erheblich beeinträchtigen.
Daher werde man den Fall offiziell bei der FIFA vorbringen.
Die Situation ist Teil der angespannten Beziehungen zwischen den USA und dem Iran. Obwohl beide Länder inzwischen ein erstes Friedensabkommen zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten unterzeichnet haben, gelten für die iranische Delegation weiterhin besondere Einreisebestimmungen.
Probleme bereits vor Turnierbeginn
Die Schwierigkeiten begannen schon vor dem ersten Anpfiff. Mehreren wichtigen Mitgliedern des iranischen Betreuerstabs wurden US-Visa verweigert. Zudem verlor der Verband kurz vor Turnierbeginn einen Teil seines Ticketkontingents.
Wegen der politischen Lage und der Sicherheitslage im Nahen Osten hatte Iran sein ursprünglich geplantes WM-Quartier in Arizona aufgegeben und stattdessen ein Trainingslager im mexikanischen Tijuana bezogen.
Vorbereitung erschwert
Nach Angaben des Verbandes hatte Iran beantragt, jeweils zwei Tage vor den Spielen in die Austragungsorte reisen zu dürfen, um sich ausreichend an Klima, Zeitzonen und Spielbedingungen anzupassen.
Dieser Wunsch wurde jedoch sowohl vor dem Auftaktspiel gegen Neuseeland als auch vor dem kommenden Gruppenspiel gegen Belgien abgelehnt.
Besonders problematisch sei dies beim Spiel gegen Belgien in Los Angeles. Die Partie beginnt bereits um 12 Uhr Ortszeit, weshalb der Verband mehr Vorbereitungszeit gefordert hatte.
USA verweisen auf bekannte Bedingungen
Die US-Regierung sieht dagegen keinen Anlass für Kritik. Ein Sprecher des Heimatschutzministeriums erklärte, die iranische Mannschaft habe den Bedingungen vor Turnierbeginn zugestimmt.
Auch Andrew Giuliani, Leiter der FIFA-Taskforce des Weißen Hauses, machte deutlich, dass Iran die Regeln gekannt habe.
Demnach dürfen die Spieler jeweils am Tag vor dem Spiel einreisen und müssen das Land am Abend des Spieltags wieder verlassen. Dieses Verfahren gelte auch für die kommenden Begegnungen.
Noch zwei Spiele in den USA
Iran hat in der Gruppenphase noch zwei Partien vor sich – beide auf amerikanischem Boden.
- 21. Juni: Iran gegen Belgien in Los Angeles
- 27. Juni: Iran gegen Ägypten in Seattle
Ob die FIFA auf die angekündigte Beschwerde reagiert, ist derzeit offen.
Politischer Schatten über der WM
Der Fall zeigt einmal mehr, wie stark politische Spannungen die Weltmeisterschaft beeinflussen. Während auf dem Platz um Punkte gekämpft wird, sorgen Visaauflagen, Sicherheitsfragen und diplomatische Konflikte abseits des Rasens für zusätzliche Brisanz.
Für die iranische Mannschaft geht es nun nicht nur um das Weiterkommen ins Achtelfinale, sondern auch um die Frage, ob bei einer Weltmeisterschaft tatsächlich für alle Teams die gleichen Voraussetzungen gelten


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