Michelle Obama und die Unsterblichkeit der Verschwörungstheorien

Michelle Obama und die Unsterblichkeit der Verschwörungstheorien

Veröffentlicht

Dienstag, 16.06.2026
von Red. TB

Manche Menschen verlassen das Weiße Haus und genießen ihren Ruhestand. Andere schreiben Bücher, gründen Stiftungen oder ziehen sich aus der Öffentlichkeit zurück.

Und dann gibt es Michelle Obama.

Neun Jahre nach ihrem Auszug aus dem Weißen Haus scheint sie für manche Menschen noch immer die wichtigste Person in ihrem Leben zu sein – zumindest gemessen an der Zeit, die sie damit verbringen, über sie zu sprechen.

UFC-Kämpfer entdeckt revolutionäre Erkenntnis

Den jüngsten Beitrag zur amerikanischen Debattenkultur lieferte UFC-Kämpfer Josh Hokit bei einer Veranstaltung im Weißen Haus.

Nach seinem Kampf nutzte er die Gelegenheit für eine Aussage, die wissenschaftlich ungefähr denselben Stellenwert besitzt wie die Behauptung, die Erde werde von Hamstern angetrieben:

„Michelle Obama ist ein Mann!“

Die These stammt aus einer seit Jahren kursierenden Verschwörungstheorie, die regelmäßig widerlegt wurde und dennoch mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit überlebt – ähnlich wie Kettenbriefe oder schlechte WLAN-Verbindungen.

Podcast-Star Joe Rogan stand daneben und ließ die Bemerkung unkommentiert stehen. Vermutlich, weil man auf eine solche Aussage nicht vorbereitet sein kann. Selbst dann nicht, wenn man Joe Rogan heißt.

Die Karriere einer Verschwörung

Michelle Obama hat in ihrer Zeit als First Lady viele Rollen erfüllt:

Anwältin.

Mutter.

Autorin.

Gesundheitsaktivistin.

Modeikone.

Für einen Teil des Internets kam allerdings noch eine weitere hinzu:

Hauptdarstellerin in einer niemals endenden Verschwörungstheorie.

Seit Jahren kursieren Behauptungen über ihr Geschlecht, ihr Aussehen, ihre Kleidung, ihre Frisur und vermutlich auch über ihre Frühstücksgewohnheiten.

Würde Michelle Obama morgen öffentlich erklären, dass sie gerne Kaffee trinkt, gäbe es vermutlich innerhalb von zehn Minuten eine Telegram-Gruppe mit dem Namen:

„Die Wahrheit über den Kaffee-Skandal.“

Selbst Trump konnte nicht widerstehen

Die Kritik kommt nicht nur aus den dunklen Ecken des Internets.

Anfang des Jahres sorgte Donald Trump für Schlagzeilen, als auf seinem Netzwerk Truth Social ein KI-generiertes Bild auftauchte, das die Obamas als Affen darstellte.

Das Weiße Haus erklärte später, der Beitrag sei versehentlich veröffentlicht worden.

Eine bemerkenswerte Erklärung.

Denn normalerweise lädt man aus Versehen vielleicht das falsche Foto hoch.

Nicht unbedingt ein komplett generiertes Affen-Meme.

Michelle bleibt erstaunlich gelassen

Bemerkenswert ist vor allem die Reaktion der ehemaligen First Lady.

Ihr berühmter Satz aus dem Jahr 2016 ist längst legendär:

„When they go low, we go high.“
(„Wenn sie tief sinken, gehen wir hoch hinaus.“)

Anders gesagt:

Während andere auf Beleidigungen mit Wut reagieren, antwortet Michelle Obama meist mit einem Buchvertrag, einer Vortragsreise oder steigenden Beliebtheitswerten.

Die Zahlen sprechen für sich

Trotz aller Angriffe genießt Michelle Obama weiterhin hohe Zustimmungswerte.

Laut aktuellen Umfragen bewerten sie rund zwei Drittel der amerikanischen Wähler positiv.

Das ist deutlich mehr als die Zustimmungswerte vieler aktiver Politiker.

Und vermutlich der eigentliche Grund, warum sie noch immer regelmäßig Zielscheibe politischer Angriffe wird.

Das eigentliche Rätsel

Die vielleicht erstaunlichste Erkenntnis lautet:

Michelle Obama hat das Weiße Haus vor fast einem Jahrzehnt verlassen.

Trotzdem schaffen es manche Menschen bis heute nicht, einen Tag zu verbringen, ohne über sie zu reden.

Man könnte fast meinen, sie vermissen sie.

Nur würden sie das natürlich niemals zugeben.

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janeb13 (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Dienstag, 16.06.2026

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