Richter nach Karmelo-Anthony-Prozess: „Ja, die Leute waren sauer. Nein, das hält mich nachts nicht wach.“

Richter nach Karmelo-Anthony-Prozess: „Ja, die Leute waren sauer. Nein, das hält mich nachts nicht wach.“

Veröffentlicht

Montag, 15.06.2026
von Red. TB

Richter John Roach hat nach dem spektakulären Karmelo-Anthony-Prozess klargestellt, dass er seinen Job nicht nach Likes, Retweets oder der Lautstärke empörter Facebook-Kommentare ausrichtet.

Der Richter leitete den Prozess gegen den 19-jährigen Karmelo Anthony, der wegen der tödlichen Messerattacke auf den 17-jährigen Austin Metcalf zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Kameraverbot? Richter spielte die „No-Streaming-Karte“

Eine der größten Aufregungen rund um den Prozess war Roachs Entscheidung, keine Kameras im Gerichtssaal zuzulassen.

Viele Medien reagierten darauf ungefähr so, als hätte jemand das WLAN abgeschaltet.

Doch Roach blieb entspannt.

„Es war eine einfache Entscheidung.“

Sein Ziel sei gewesen, ein faires Verfahren zu gewährleisten und nicht die nächste Staffel von „Law & Order: TikTok Edition“ zu produzieren.

„Ich weiß, dass ich Leute verärgert habe. Aber ich bin nicht hier, um sie glücklich zu machen.“

Richter übersetzt: „Wenn ihr Unterhaltung sucht, versucht es bei Netflix.“

Urteil? „Die Jury war dabei, das Internet nicht“

Auch nach dem Schuldspruch gab es heftige Diskussionen. Während einige Anthonys Verhalten als Notwehr sehen, sprach die Staatsanwaltschaft von einem ungerechtfertigten Angriff.

Der Richter wirkte von der Online-Debatte ungefähr so beeindruckt wie von den Garantiebedingungen eines Toasters.

„Sie haben die Fakten gehört und ein Urteil gefällt.“

Mit anderen Worten: Die Jury saß im Gerichtssaal. Die Kommentarspalte nicht.

„Netter junger Mann“ – aber mit sehr schlechtem Lebenslauf-Eintrag

Besonders für Aufmerksamkeit sorgte Roachs Einschätzung des Verurteilten:

„Er wirkt wie ein netter junger Mann.“

Was ungefähr die richterliche Version von „Eigentlich sympathisch, aber die Sache mit dem Mord war problematisch“ ist.

Roach erklärte, Anthony verstehe heute die Konsequenzen seines Handelns vermutlich besser als jemals zuvor.

Bei 35 Jahren Haft hat man dafür auch etwas Zeit zum Nachdenken.

Der Richter geht bald in Rente

Nach über 20 Jahren auf der Richterbank will Roach in rund sechs Monaten in den Ruhestand gehen.

Er erwartet noch ein oder zwei weitere Mordprozesse – allerdings ohne die Menschenmassen, Kamerateams und Internetdetektive.

„Der Parkplatz wird nicht voll sein. Die Zuschauertribüne wird nicht voll sein.“

Oder anders gesagt: Zur Abwechslung mal ein Gerichtsfall, bei dem nicht halb Amerika mit Popcorn vor dem Bildschirm sitzt.

Fazit

Richter Roach bleibt seiner Linie treu:

  • Kameras raus.
  • Jury rein.
  • Internet ignorieren.
  • Nachts gut schlafen.

Eine Strategie, die in Zeiten permanenter Online-Aufregung fast schon revolutionär wirkt.

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von Autor: Red. TB
am: Montag, 15.06.2026

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