Das Klimaphänomen El Niño hat nach Angaben der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA offiziell begonnen. Messungen zeigen, dass sich die Oberflächentemperaturen im zentralen und östlichen Pazifik deutlich über dem Durchschnitt befinden – ein klares Zeichen dafür, dass sich die Wetterlage bereits verändert hat.
Besonders aufmerksam verfolgen Forscher die weitere Entwicklung, denn nach aktuellen Prognosen besteht eine 63-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass sich El Niño zwischen November und Jänner zu einem sehr starken Ereignis entwickelt. Damit steigt weltweit das Risiko für extreme Wetterereignisse wie Dürren, Überschwemmungen, Hitzewellen und heftige Stürme.
Nach Einschätzung der NOAA könnte sich der aktuelle El Niño zu einem der stärksten seit Beginn der modernen Aufzeichnungen im Jahr 1950 entwickeln. Experten warnen zudem davor, dass die Auswirkungen durch die fortschreitende globale Erwärmung zusätzlich verstärkt werden könnten.
El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, bei dem sich die Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik nahe des Äquators ungewöhnlich stark erwärmt. Diese Veränderungen beeinflussen weltweit die atmosphärischen Strömungen und wirken sich auf Niederschläge, Windverhältnisse und Temperaturen aus.
Die Folgen sind oft weitreichend: Während einige Regionen mit extremer Trockenheit und Wasserknappheit zu kämpfen haben, werden andere von Starkregen und Überschwemmungen heimgesucht. Auch die globale Durchschnittstemperatur steigt während starker El-Niño-Phasen häufig zusätzlich an.
Das Phänomen tritt gewöhnlich alle zwei bis sieben Jahre auf und hält in der Regel zwischen neun und zwölf Monaten an. Angesichts der aktuellen Prognosen rechnen Wissenschaftler jedoch damit, dass der diesjährige El Niño weltweit besonders deutlich zu spüren sein könnte.


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