In den USA sorgt Alabamas moderne Hinrichtungsmethode mit Stickstoffgas für Diskussionen. Ein Berufungsgericht stellte jetzt fest, dass Menschen, denen über mehrere Minuten die Luft zum Atmen genommen wird, dabei möglicherweise leiden könnten.
Eine Erkenntnis, die in medizinischen Kreisen bislang weitgehend als gesichert galt.
Das Gericht erklärte, die Methode könne bei den Verurteilten bis zu drei Minuten lang „Lufthunger“, Panik, Stress und erhebliche körperliche Beschwerden auslösen. Juristen formulieren das natürlich etwas nüchterner. Übersetzt bedeutet es ungefähr: Der Betroffene merkt, dass er erstickt – und findet das nicht besonders angenehm.
Allerdings stoppte das Gericht die geplante Hinrichtung nicht. Stattdessen soll nun geprüft werden, ob der Verurteilte möglicherweise lieber von einem Erschießungskommando hingerichtet werden darf.
Damit erreicht die Debatte um die „humanste“ Hinrichtungsmethode eine bemerkenswerte neue Stufe: Der Staat diskutiert ernsthaft darüber, welche Form der Tötung etwas weniger unerquicklich wirkt.
Alabama verteidigt das Verfahren seit Jahren als moderne Alternative zur Giftspritze. Augenzeugen früherer Stickstoff-Hinrichtungen berichteten allerdings von Krämpfen, Zuckungen, Atemnot und sichtbaren Todesängsten der Betroffenen.
Kritiker sprechen deshalb von Folter.
Befürworter argumentieren hingegen, dass man ständig an Verbesserungen arbeite. Vermutlich wird demnächst eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die untersucht, wie man Menschen möglichst schonend die Luft abdrehen kann.
Der Fall zeigt einmal mehr die besondere Logik der amerikanischen Todesstrafendebatte:
Nicht die Frage, ob der Staat töten sollte, sorgt für Streit – sondern ob man dabei eher ersticken, vergiftet oder erschossen werden möchte.
Man könnte sagen: Die USA bleiben das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Selbst bei der Auswahl der eigenen Hinrichtungsmethode.


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